• Im April diesen Jahres konnte ich es endlich mal wieder einrichten mich einer Gedenkstättenfahrt anzuschließen und begab mich mit dem Bon Courage e.V. aus Borna auf die Reise nach Tschechien.

    Ich will mich s […]

  • Am Freitag wurde ab um zehn im Spiegelzelt in Mittweida der Festakt des 150 jährigen Jubiläums der Hochschule Mittweida abgehalten. Da ich im Rahmen der ganzen Feierlichkeiten im Vorfeld ja auch ein paar Worte z […]

  • Vor ein paar Wochen erregte eine Meldung aus Borna das Aufsehen bei Politiker_innen, Eltern und den Verwaltungen. In der sächsischen Staatsregierung wird es wahrscheinlich ein Gag am Frühstücks oder Mi […]

  • Pudding schrieb neuen Beitrag, taz Panterpreis, auf der Webseite Instigate Revolution vor 10 Monaten

    Wie einige von euch vielleicht schon mitbekommen haben wurde ich in diesem Jahr für den taz Panterpreis vorgeschlagen und wurde tatsächlich durch die Jury der taz nominiert. Was der taz Panterpreis überhaupt is […]

  • Alles hat vergangenen Sommer in Grimma begonnen als die NPD mit insgesamt drei Aufmärschen durch Grimma Süd gezogen ist, dabei wurde mein Name und auch der von Kerstin Köditz mit raus raus raus Rufen versehen un […]

  • Auf Facebook kam es unter der Veröffentlichung eines offenen Briefes der Mietergemeinschaft im TLG Gewerbepark Grimma, bezüglich eines evtl. geplanten Bauvorhabens für ein Asylbewerber_innenheim zu einer Di […]

  • Auf unserer Facebookseite steht eine Danksagung welche ich euch hier natürlich nicht vorenthalten möchte.

    „“Ich sag es mal so, die Zeit ist gekommen für eine letzte Show… und trotzdem bitte glaube mir, blei […]

  • Nun ja ich habe mich entschieden den Text noch zu schreiben und stelle meine persönliche Entspannung mal hinten an. Warum betone ich dies in letzter Zeit so? Ich finde, dass es wesentlich wichtiger ist aktiv für […]

  • Dieser Artikel, bzw. Beitrag soll dazu dienen eine Grundlage für eine kommunale Diskussion zu schaffen und für mich persönlich stellt sie einen Trennungsstrich dar. Da ich mich persönlich bei bestimmten Themen […]

  • Dieser Text bildet den Einstieg in die Texte die evtl. noch folgen werden und sich thematisch auf die von mir erstellte Facebookseite Bunte Vielfalt statt brauner Einfalt Reunion Grimma beziehen.

    Was ich mit […]

  • VorschaubildPositionspapier zu einer

    Eigenständigen Jugendarbeit

    und dem damit verbundenen Ziel, aus einer selbstständigen Jugend eine eigenständige kommunale Jugendpolitik zu entwickeln

    Der Text ist verdammt lang […]

  • Tja der 21.01.2015 ist vorbei und mit einer Nacht Schlaf zeichnet sich da irgendwie ein sehr komisches Bild in meinem Kopf. Dabei habe ich mich noch nicht einmal durch alle Presseartikel und Beiträge gearbeitet. […]

  • Das Eichhörnchen

    Ich habe lange nichts mehr auf meinem Blog veröffentlicht oder mich ausführlich mit einem Thema auseinander gesetzt, deshalb möchte ich auch zu Beginn meines Artikels kund tun, dass es momentan […]

  • Dieser kurze Beitrag stellt keine Abhandlung und keinen umfassenden Bericht der derzeitigen Lage der Jugendarbeit im Landkreis Leipzig dar. Er soll den Auftakt bilden für die Überlegungen und Handlungsansätze […]

  • Am 15.07.2014 machte die NPD Sachsen mit ihrem Wahlk(r)ampfgespann in Grimma halt und bot für 1h und ca. 15min (geplant und angemeldet waren 2h) interessierten Bürger_innen die Möglichkeit an, sich über ihr Wahlprogramm zu informieren. Eingerahmt von Markthändlern und unter den Flaggen der Partner_innenstädte von Grimma konnten wir den Aussagen der Vertreter_innen der NPD lauschen. Die mitgereiste NPD-MANNschaft hatte sichtlich ihren Spaß, unerkannt „Selfies“ neben Schüler_innen des Gymnasiums zu machen. Die Möglichkeit, auch einmal zu erleben wie es ist, innerhalb einer spontanen Gegendemo zu stehen, schien den „Neuen Nazis“ durchaus zu gefallen.

    Da einige von euch vielleicht durch die verkürzte Berichterstattung der LVZ vom 16.07.2014 oder den „Artikeln“ der NPD Sachsen bereits fragmentarische Informationen zu dem Vorfall haben, vorab noch ein paar Ergänzungen zu den bereits publizierten Texten.

    Die LVZ berichtete, dass ich einen Platzverweis durch die Polizei erhielt. Das ist korrekt, allerdings fehlen die Zusammenhänge. Den Platzverweis habe ich erst nach den Ereignissen erhalten, die später noch genauer beschrieben werden. Ich wurde auch tatsächlich vom Markt entfernt, aber eben gewaltsam. Parallel dazu propagiert die NPD die Sichtbarmachung eines „Linksextremen Terroristen“ in meiner Person und versucht damit aufzuzeigen, welche Gefahr angeblich von links ausgeht. Zumal ich die Darstellung der politischen Landschaft in ein Links-Mitte-Rechts selbst als nicht mehr zeitgemäß empfinde.

    Vorgeschichte und Motivation

    Ab ca. 11 Uhr verfolgte ich, auf dem Markt stehend, die Redebeiträge der NPD und musste mit ansehen wie deren Mitglieder_innen und Sympathisant_innen die anwesenden und gegen die Nazis protestierenden Schüler_innen sowohl beleidigten, als auch in einer unerträglichen Arroganz verhöhnten.

    Häufig gibt es bei Veranstaltungen gemäß Versammlungsgesetz ein Trennungsgebot. Als ich aus Richtung Marktgasse, gegen 11:45 Uhr, wieder zur Infoveranstaltung der NPD lief, bewegte ich mich bis zum Beginn der noch zu erklärenden Auseinandersetzung völlig frei und es fehlten mir ca. 15 Minuten Geschehen innerhalb oder am Rande der Gegendemo, da ich mich vom Markt und der Infoveranstaltung entfernte. Als ich den Markt zuvor verlies standen zwischen den Schüler_innen noch Mitglieder der NPD die sich fotografierend auch völlig frei über den Markt bewegten, so dass ich kein aktives Trennungsgebot wahrnehmen konnte. Zumal dieses für eine Infoveranstaltung, logisch gedacht, ja normalerweise nicht sinnvoll ist, denn dann müsste diese ja schon als Provokation einzustufen sein.

    Da die Redner der NPD ihre “Informationen” über das Asylrecht und den Missbrauch von Drogen unter die Menschen streuten, interessierte mich die Umsetzung ihrer Aussagen in der Praxis. Die NPD versucht ständig den Eindruck zu erwecken, dass ihr Programm all unsere sozialen und gesellschaftlichen Probleme mit einem Fingerschnipp lösen könnte; natürlich ohne konkret zu werden wie das genau funktionieren soll. Da es ein NPD-Infostand war, wollte ich direkt bei der Partei fragen. Die NPD und ähnliche Vereinigungen von selbsternannten Bürger_innenbewegungen beschweren sich regelmäßig, dass sich stets einseitig informiert wird und Falschaussagen kursieren, Presse und das Internet sowieso angeblich manipuliert sind. Außerdem verspürte ich den inneren Drang, dieser Arroganz und selbstverliebten Erhabenheit mit Fakten und Argumenten zu begegnen. Um nicht ohne Grundlage in das Gespräch zu starten, holte ich mir vorher noch Flyer, über die Situation von Asylbewerber_innen im Landkreis Leipzig, sowie diverse Erörterungen zu rechtlichen Grundlagen des Asylbewerberleistungsgesetzes und Informationsmaterial des Projektes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ des Gymnasiums St. Augustin, aus dem von mir betreuten Jugendhaus. Es hätte mich schon interessiert, wo die NPD am konkreten Beispiel des Asylbewerberleistungsgesetzes Veränderungspotential sieht und wie ihre Sicht auf gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist, welche z.B. durch das Projekt des Gymnasiums angemahnt wird. Da wir uns innerhalb der Jugendarbeit des Landkreises Leipzig auch mit der Problematik Crystal Meth-Konsum beschäftigen, hätten mich da z.B. Präventivangebote der NPD interessiert. Ein Flyer verteilender Kuschelhirsch der JN (Junge Nationaldemokraten) an Schulen kann nicht wirklich ein Ansatz für eine erfolgreiche Anti-Drogen Kampagne sein.

    Ich werde es leider so schnell nicht erfahren! Warum nicht?

    Ereignisdarstellung

    Als ich mich zum ersten mal mit meinen Flyern aufmachte, um ans Rednerpult der NPD zu gelangen, wurde ich von zwei Beamten gestoppt und gewaltsam an einen parkenden VW T4 gepresst. Zeug_innenaussagen zufolge attackierte mich dabei auch ein NPDler, was ich aber nicht mehr rekonstruieren kann. Als Provokation gegenüber der NPD könnte für die Polizei gezählt haben, das ich kurzzeitig einem permanent filmenden NPDler einen Flyer vor die Kamera/das Handy gehalten habe. Ich erklärte dem Polizeiobermeister M., in diesem Moment mein einziger Ansprechpartner, dass ich an den NPD-Informationsstand möchte, um Fragen zu stellen und ein Gespräch zu führen. Ich sagte ihm auch, dass ich Stadtrat in Grimma und Kreisrat im Landkreis Leipziger Land bin. Er fragt mich, ob ich dies beweisen kann. Leider konnte ich das nicht und erläuterte, dass ich meinen Ausweis im Büro des Kinder- und Jugendhauses der Diakonie Leipziger Land, ungefähr 200m entfernt vom derzeitigen Standort, habe. Darüber hinaus erwähnte ich als Ansprechpartner zur Bestätigung der Informationen den Einsatzleiter Herr Gurke, welcher allerdings durch den POM M. nicht hinzu gezogen wurde. Ich ging also erstmal davon aus das dies ausreichende Informationen waren und wollte weiterhin ein politisches Gespräch mit einer im Landtag sitzenden und wieder dafür kandidierenden Partei führen, die regelmäßig mehr Demokratie in ihrem Sinne fordert.

    Dieses Vorhaben scheiterte, stattdessen sitze ich nun mit Rippenprellungen, Quetschungen an den Schulterblättern, Platzwunde am Kopf und zahlreichen über meinem Körper verteilten blauen Flecken am Rechner und schreibe diesen Beitrag. Als ich nach meinen Erklärungen zu meiner Person und Intention wieder in Richtung NDP-Infostand gegangen bin, hielten sie mich erneut fest. Ich habe gebeten, mich nicht anzufassen. Ich beging den Fehler und schob ihre Hände weg. Wahrscheinlich der Grund, warum unmittelbar mehrere Bereitschaftspolizist_innen auf mich stürzten, zumindest habe ich dies so wahrgenommen. Aus Angst und im Reflex habe ich mich geschützt und gewehrt, so sind wahrscheinlich auch die unmittelbar darauf von der NPD im Internet veröffentlichten Bilder entstanden, auf denen ich einen Beamten angeblich aktiv, im Sinne eines Angriffes, in den “Schwitzkasten” nehme.

    Wir leben in einer Demokratie, auf politischer Ebene sollte die Möglichkeit von Diskussion und freier Meinungsbildung existieren. Als Sozialarbeiter habe ich mich zudem einer humanistischen Ethik verpflichtet. Bisher habe ich die Polizei in derartigen Situationen als eine Art Vermittler gesehen, welche sich ebenfalls an der Würde des Menschen, der demokratischen Grundordnung und durch demokratische Prozesse aufgestellten Gesetzen orientieren sollte. Ich füge hinzu, dass die Mitarbeiter_innen des Reviers Grimma und auch unser Bürger_innenpolizist ihre Vermittlerrolle recht gut ausgeübt haben, zumindest sind sie in der Lage gewesen, zu kommunizieren. Leider waren sie allerdings nicht die einzigen Vertreter_innen der Polizei an diesem Tag.

    Der oben bereits angesprochene Polizeiobermeister M. gehörte wahrscheinlich zu einer Einheit der Bereitschaftspolizei, welche hier Situationsbezogen lieber in der steinzeitlichen „Faustsprache“ kommunizieren wollte. Die konkreten Gründe für das Verhalten der Polizei sind mir nach wie vor völlig unklar, die genauen Abläufe dieser Sekunden zwischen Polizeihände wegschieben und dem Punkt, als drei Beamte auf mir knieten und ich im Grunde nur noch hoffen konnte, dass mir nicht die Arme, Rippen und Handgelenke gebrochen werden, bekomme ich leider nicht mehr zusammen. Es ging einfach alles viel zu schnell und ich bin auch heute noch völlig fassungslos. Abgeführt wurde ich dann auch gewaltsam, wobei ich mehrmals mitteilte, alleine und ohne verdrehte Arme laufen zu wollen. Dies wurde mir nicht gestattet und ich machte auf Höhe der Sparkasse zusätzlich eine sehr intensive Bekanntschaft mit der Motorhaube eines Polizeifahrzeuges. Auch dort schien noch eine Notwendigkeit der brutalen Fixierung meiner Person zu bestehen. Nachdem ich mehrmals gefragt wurde, ob ich Handschellen brauche oder ruhig bleibe, ließen sie von mir ab und erteilten mir einen Platzverweis. Dieser Anweisung kam ich dann auch nach, da ich ohnehin nicht mehr wirklich laufen konnte. Die eigentlich zugehörige Erklärung für diesen Platzverweis steht bis heute aus, obwohl ich diese einforderte.

    Ich musste dann auch mehrmals fragen wie der Name des Polizeiobermeisters war, welcher sich meinen Namen notierte und der mir das Gespräch mit dem Einsatzleiter verweigerte. Ich habe dort dann noch ein paar mal erklärt, was ich wollte, und gefragt, warum die Polizei eine simple Diskussionen auf diese Weise verhindert. Vor allem wollte ich eine Erklärung zur Verhältnismäßigkeit ihres derartigen Handelns. Auch diese Erklärung steht weiterhin aus, was mich sehr stark belastet. Dass ich als parteiloser kommunalpolitischer Vertreter ein Gespräch mit einer Partei führen möchte, welche im August wieder zur Wahl des Landtages in Sachsen antritt, ist aus meiner Perspektive kein Fehlverhalten; oder habe ich da einen entscheidenden Passus im Demokratieverständnis verpasst? Ein zufälliger Passant, welcher wahrscheinlich gerade in seiner Mittagspause war, schaute sich meine Verletzung an und fragte die Polizei nach einem Verbandskasten. Vielen Dank dafür noch einmal! Ein Polizist und der couragierte Passant führten dann eine Erstversorgung meiner Platzwunde am Kopf durch, welche durch das Fallen oder Drücken auf die Pflastersteine durch die Polizisten entstand. Meine innere Wut entspannte sich dann erst als der Einsatzleiter für ein kurzes Gespräch vorbei kam, welcher dann im Nachgang auch dabei half mir den Blickwinkel der Polizei zu verdeutlichen. Was mir durchaus hilft den Gesamtkontext besser zu erfassen und keinen pauschalisierten Hass gegenüber aller Polizist_innen zu entwickeln, was jedoch das individuelle situative Handeln der direkt beteiligten Beamt_innen nicht rechtfertigt.

    Persönliche Schlussfolgerungen

    Ein derartiges Erlebnis wirft Fragen auf, von denen ich gedacht habe, dass ich diese für mich bereits beantwortet hätte. Die gesamte Situation der NPD-Infoveranstaltung sowie das Auftreten der NPD und einzelner Polizist_innen gegenüber Jugendlichen und anderen Bürger_innen kann ich im Nachhinein nur als sehr skurril beschreiben und die Gedächtnisprotokolle von Anwesenden der ca. 1,5 Stunden auf dem Markt machen mich wütend, obwohl ich dies nicht mehr sein wollte.

    Eine zentrale Fragestellung ist die Kategorisierung der NPD als demokratische Partei. Wenn dem so ist und wäre, müsste diese Partei und auch ihre Gegner_innen nicht polizeilich geschützt werden und außerdem sollte dann eine Diskussionsmöglichkeit bestehen. Die Aussagen der Partei sollten zumindest ansatzweise Argumentationslinien (ob diese sinnvoll oder wahr sind, ist eine ganz andere Diskussion) enthalten, und diese nicht durch die pauschale Behauptung einer Manipulation der Medien durch angebliche Besatzungsmächte oder Bezug auf längst veraltete Theorien und Ideen ersetzen. Ansonsten sollte die NPD einen Geschichtsrevisionistenverein gründen und ihrem menschenverachtenden Weltbild nachheulen.

    Die NPD fordert aktuell meinen Rücktritt vom Amt als Stadtrat und meinem Amt als Kreisrat im Landkreis Leipziger Land, bzw. genau fordern sie meinen Ausschluss aus diesen Gremien. Diese Forderung geht einher mit persönlichen Beleidigungen in Sozialen Netzwerken und Drohungen via E-Mail und Telefon. Diese Beleidigungen und Drohungen werden auf den Seiten und Profilen der NPD akzeptiert und teilweise durch eigene Beiträge provoziert.

    Solange die NPD den Parteistatus besitzt, muss ich sie als Vertreter in kommunalpolitischen Gremien auch akzeptieren, unabhängig davon ob ich persönlich damit einverstanden bin. Ich möchte gleichzeitig aber nicht in meinen Grundrechten eingeschränkt werden, meine Meinung zu äußern oder die Diskussion zu suchen. Zudem habe ich eine Verantwortung gegenüber meinen Wähler_innen und den mir anvertrauten Jugendlichen. Klar könnte ich sie ignorieren bzw. mich auch einfach in die Nähe des NPD-Infostands stellen und sie einfach auslachen, aber ich denke, dafür haben mich Menschen hier in Grimma und im Landkreis Leipziger Land nicht gewählt. Sie haben es getan, weil ich den Dialog suche, auch unangenehmen Diskussionen nicht aus dem Weg gehe und mich bisher immer für ein offenes und freundliches sowie gleichberechtigtes Klima eingesetzt habe.

    In unserer Welt läuft dermaßen viel Scheiße parallel ab. Menschen werden getötet, eingesperrt, gefoltert, oder verhungern. Und in einem Land des Luxus, besteht scheinbar nicht einmal mehr die Möglichkeit, einen Infostand einer Partei wie der NPD zu besuchen, welche diesen betroffenen Menschen mit Scheinargumenten und Parolen die Hilfe verweigern will. Eine Partei, deren Mitglieder_innen offiziell anprangern und verurteilen, aber es selber tun. Das gilt für die versuchte Manipulation über Medien ebenso wie für Kindesmißbrauch, Kindeswohlgefährdung, Gewaltverherrlichung, daraus entstehende Gewaltverbrechen und oder den Konsum von Crystal Meth. Schutz der Heimat? Blödsinn!

    Auch deshalb bin ich um so enttäuschter, dass ich von der Polizei mit Gewalt daran gehindert wurde, meine Meinung friedlich, aber mit Argumenten zu äußern..

    ANOTHER WORLD IS POSSIBLE

    …davon werde ich nicht abrücken, daran glaube ich und dafür lebe ich!

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  • Statement zur Wahl als Vertreter in den Stadtrat der Großen Kreisstadt Grimma und den Kreistag des Landkreises Leipziger Land

    Es ist geschafft, am Sonntag den 25.05.2014 waren die Kommunalwahlen und es wurde der Stadtrat für Grimma, der Kreistag für den Landkreis Leipziger Land und auch das Europaparlament gewählt. Ich stand persönlich auf den beiden Wähler_innenvereinigungslisten BfG und UWV. Für die Bürger für Grimma habe ich für den Stadtrat in Grimma kandidiert und habe mit 584 Stimmen ein Mandat im Stadtrat erhalten. Für den Kreistag stand ich gemeinsam mit dem Grimmaer OBM Matthias Berger und anderen Stadträt_innen, wie z.B. Frau Ute Kniesche, welche gleichzeitig Vorsitzende der UWV ist auf der Liste und es haben 409 Stimmen gereicht um ein Mandat für den Kreistag zu erhalten. Beim Kreistag ist dies der Ehrlichkeit halber den 8756 Stimmen zu verdanken die unser Grimmaer Oberbürger_innenmeister sammeln konnte, der damit die Platzanzahl für Grimmaer_innen (Wahlkreis 7) im Kreistag stark erhöhen konnte. Ich möchte auf eine prozentuale Einbettung meiner Wahlergebnisse dann noch einmal eingehen um diese auch im Kontext des Kreistages und des Stadtrates sehen zu können. Denn mit den Prozentzahlen wird ja gern immer geprahlt und sich dann dafür bedankt, im Grunde sind sie aber traurig. Traurig deshalb, wenn Mensch sich im Vorfeld der Wahl immensen Druck ausgesetzt hat um irgendwie verschiedene Diskussionen zu verstehen und an ihnen teil zu haben um die Intention und Wichtigkeit von Wahlen zu verdeutlichen. Sieht Mensch nun die Wahlbeteiligungen dann hätte ich mir dies auch sparen können denn die größten Nörgler_innen und Meckerer_innen haben wahrscheinlich nicht gewählt sondern nur Rechtspopulistische und Rechtsradikale Parteien unbewusst und indirekt, vielleicht auch direkt unterstützt, ebenso wie es die Menschen getan haben die nicht wählen waren!

    Ich möchte mich dennoch bei den Menschen bedanken die mir jeden Tag begegnen mit denen ich sprechen, leben und auch lieben darf. DANKE, denn ihr werdet auch diejenigen gewesen sein die für mich ein Kreuz auf einem der beiden Wahlzettel gesetzt haben. Vielleicht werden es auch eure Eltern, Großeltern, Freund_innen oder Bekannten gewesen sein, dann sagt ihnen ebenfalls lieben Dank für die Stimme!

    Ein ganz besonderes Dankeschön geht in diesem Atemzug auch an die Fotografin des Fotos auf dem Flyer der UWV und welches ihr bei Up to Date Grimma/News findet, die es doch immer wieder schafft mich in meine Schranken zu weisen und irgendwie ist sie auch eine der ganz wenigen Menschen (einstellige Zahl) denen ich dabei Glauben schenke. Ist aber auch gut so, denn ansonsten wär ich wahrscheinlich schon längst zum Amokläufer oder entsprechend der Schublade meines Bartes zum Selbstmordattentäter geworden.

    Bevor ich meine Motivation und auch meine Absichten für die Arbeit der nächsten fünf Jahre erkläre, möchte ich die Wahlergebnisse noch ein bisschen relativieren. Dies mache ich da ich im Vorfeld der Wahlen auch gefragt wurde wie sich denn unterm Strich überhaupt die Parlamente konstituieren und wie die Auszählungen sich denn dann überhaupt auf die Sitzplatzverteilung in den Parlamenten auswirkt. Wenn wir die Wähler_innen Beteiligung für den Stadtrat Grimma und die für den Wahlkreis 7 bei den Kreistagswahlen mit 44,6 % sehen, sind alle folgenden Prozentzahlen ausgerichtet an diesem Wert und spiegeln keine absolute Zahl dar die, die 3 Stimmen und die Wahlberechtigten in Verhältnisse setzt. Da es mich aber interessiert und ich es zudem sehr wichtig finde habe ich mir die Mühe gemacht das alles mal auszurechnen. Für mich ist es deshalb entscheidend um zu wissen für wie viele Menschen ich repräsentativ meine Hand hebe, wenn ich mich dann in den zukünftigen Abstimmungen im Stadtrat oder Kreistag befinde.

    Fangen wir also mal mit der Stadt Grimma und dem neu gewählten Stadtrat an:

    Für den Stadtrat gab es 24.218 Wahlberechtigte Menschen, davon waren 10.816 Menschen wählen und es wurden 30.016 Stimmen abgegeben, davon habe ich 584 bekommen was 1,946 % der abgegebenen Stimmen entspricht. Total betrachtet wird es dann noch dünner. Für den Stadtrat hätten laut Wähler_innenverzeichnis 72.654 Stimmen abgegeben werden können, die 584 Stimmen entsprechen dabei einem Prozentualen Anteil von 0,804 % der Wahlberechtigten Bevölkerung der Großen Kreisstadt Grimma die mir ihre Stimme gegeben haben. Dies auf Menschen um zurechnen ist nur ein Spiel da ich ja nicht weisz wer mir 3, 2 oder 1 Stimme auf dem Wahlzettel gegeben hat. Ich mache es dennoch, es sind 194,713 Menschen der wahlberechtigten Bevölkerung in Grimma. Rechne ich jetzt im Kopf mal so durch wie viele Menschen meiner Familie angehören, mit wem ich so befreundet bin und wen ich als Bekannte hab und tu da mal bei Freund_innen und Bekannten noch die Eltern dazu und vielleicht noch die Eltern von dem ein oder anderen Bekannten oder nicht wahlberechtigtem Jugendlichen, mit denen ich so tagtäglich im Rahmen meiner Arbeit zu tun habe, ergibt es für mich doch tatsächlich ein Bild mit dem ich agieren kann. Mich bestärkt es somit auch weiterhin mein Abstimmungsverhalten im Stadtrat daran auszurichten das es den Menschen in meinem Umfeld damit gut geht und ihre Wünsche und Vorstellungen für die Stadt Grimma respektiert werden. Für das verbleibende Jahr 2014 schließt sich daran noch ein Projekt „Jugend in die Politik“, finanziert vom Lokalen Aktionsplan des Landkreises Leipziger Land, an, welches die intensive Arbeit mit interessierten Jugendlichen an Kommunalpolitik beinhaltet.

    Weiter geht es mit der Wahl in den Kreistag:

    Hier ist es ja so das ich nur in einem Wahlkreis gewählt werden konnte, deshalb sind die Zahlen für den Wahlkreis auch relativ identisch mit denen welche ich bereits zuvor für den Stadtrat benannt habe. Ich möchte es trotzdem noch einmal durchspielen. Wahlberechtigt im gesamten Landkreis waren 218.960 Menschen was 656.880 Stimmen im gesamten Landkreis entspricht. Davon entfielen auf den Wahlkreis 7 (Grimma) 24.260 wahlberechtigte Menschen was 72.780 Stimmen und 11,08 % auf den Landkreis betrachtet entspricht. Im Wahlkreis haben wieder nur 10.832 Menschen gewählt was 30.404 Stimmen und somit anteilig auf den Landkreis betrachtet 4,629 % der Stimmen aller sind. Davon habe ich nun 409 Stimmen bekommen was auf den gesamten Landkreis betrachtet 0,062 % der Stimmen ausmacht. Auf die Landkreisbevölkerung betrachtet (wie oben nur ein Spasz) wären dies 135,755 Menschen die mir im Landkreis eine ihrer Stimmen gegeben haben. Die weiterführende Schlussfolgerung schließt sich 1 zu 1 der oben beschriebenen an. Ich bin auch ehrlich wenn ich sage, hätte der OBM Matthias Berger in Grimma nicht so viele Stimmen bekommen hätte ich es niemals in den Kreistag geschafft.

    Warum dieses Zahlenspiel?

    Einerseits freue ich mich das ich es in diese beiden Gremien geschafft habe, andererseits bin ich dadurch einem Druck ausgesetzt welchen ich für mich gern realistisch einschätzen und Abschätzen möchte. Die Einordnung der Zahlen und dessen Wichtung lässt mich gelassen an die Sache heran gehen und gibt mir die Sicherheit so zu agieren das es für mich vertretbar und erklärbar bleibt. Denn so vielen Menschen muss ich es ja nicht erklären:-) Ich muss mich nicht verbiegen um irgendwem zu gefallen sondern kann ruhigen Gewissens so heran gehen wie ich es auch ohne die Mitgliedschaft in den Gremien getan hätte. Nur mit dem Unterschied das ich im Stadtrat knapp 200 und im Kreistag ca. 135 Menschen repräsentiere. Diejenigen die ihr Kreuz für mich auf dem Wahlzettel gesetzt haben können also auch gern an mich heran treten und mich befragen oder auf mich einwirken was meine JA oder NEIN Stimme betrifft, denn enthalten werde ich mich nicht (außer es ist eine bewusste und vertretbare Entscheidung, das kommt allerdings eher selten vor). Denn dann hätte ich auch auf meiner Couch sitzen bleiben können, wenn ich nicht in der Lage bin mir eine Meinung zu bilden. Dieses Zahlenspiel ist mir auch deshalb wichtig um manche Menschen mal von ihrem hohen Ross zu holen wenn sie von Volxswillen oder anderem Mist labern. In jedem einzelnen Fall handelt es sich um die Repräsentation einer individuellen Minderheit. Wenn dies ein Ende haben soll dann sollten vielleicht mal ALLE Menschen anfangen ein Wahllokal zu besuchen und damit verbunden ein Bewusstsein für Demokratie entwickeln. Wenn dies dann geschafft ist können wir auch weiter über Basisdemokratische Volxsabstimmungen reden, bis dahin bleibt dies allerdings ein Traum, den ich auch habe, der aber noch in weiter Ferne ist.

    Zum Schluss möchte ich gern noch einmal meine persönliche Motivation für die Kandidaturen erläutern, denn diese kommt leider in den Interviews welche ich im Zuge der Wahlen geführt habe immer zu kurz. Ich hatte allerdings gestern Abend die Gelegenheit einer Bekannten eine Mail zu schreiben in welcher ich genau darüber nachgedacht hab und deren Inhalt eng mit meiner Motivation verbunden ist. Ich möchte deshalb Auszugsweise auf den Inhalt (naja ist fast komplett, teilw. korrigiert) dieser Mail eingehen und hoffe ich überfordere euch damit nicht gar zu sehr. Im Grunde geht es auch nur indirekt um die Wahlen, aber es geht um die Überzeugung und den Willen warum ich dies und das tue und warum ich mich auch auf eine Wahlliste stellen lasse, obwohl ich von einer Basisdemokratie und weiter gefasst von einer Anarchie träume und dies damit in Verbindung steht. Ich habe beim schreiben der Mail nicht im geringsten daran gedacht das deren Inhalt sich auch als Erläuterung für die Einbringung in Parlamente eignet. Beim wiederholten durchlesen ergab es aber irgendwie Sinn. Ich habe während dem Schreiben der Mail das 1976 erschienene Album Desire von Bob Dylan gehört, warum diese Info wichtig ist wird sich noch herausstellen:-)

    Du hast geschrieben das du dich mit Philosophie und Psychologie beschäftigst, nun ja soweit ist dies gar nicht von der Politik entfernt denn es hilft zu verstehen warum Menschen handeln wie sie eben handeln und tun was sie eben tun. Ein Blick in unsere Gesellschaft ist dabei völlig ausreichend und dabei sind wir auch gleich sehr philosophisch und auch psychologisch. Der Mensch ist und bleibt ein Gemeinschaftswesen und diesen Kreis wird er ebenso wenig brechen können wie er es schaffen wird die Natur zu besiegen. Er wird sie ausbluten, verletzen und wahrscheinlich irgendwann das Ökosystem zum kippen bringen, aber eins steht dabei fest, der Mensch wird nicht in der Lage sein sich dabei selbst zu schützen. Denn die Erde gibt es länger und wird es länger geben als die Menschheit. Das kann Mensch jetzt auch weiter spinnen und der Sprung zum esoterischen ist dann nicht mehr weit, für mich reicht diese Tatsache allerdings aus um meinen Platz innerhalb der Gesellschaft und den Platz der menschlichen Gesellschaft innerhalb der Welt zu kennen. Dieses Bewusstsein wirft einen eben auf den Boden der Tatsachen. Ich bin nicht einzigartig, ich bin nicht besonders ich bin eben einfach nur ein Teil einer Gesellschaft und diese ist Teil einer Welt, einer Erde. Die menschliche Gesellschaft wird durch ihre Geschichte bestimmt, soll heißen am Tag deiner Geburt bist du alles was passiert ist, jedoch weiszt du es da noch nicht, aber du bist es, denn du bist Mensch. Jetzt ist es natürlich schwer daran irgend etwas zu ändern, denn die Geschichte ist nun mal Vergangenheit und unabänderlich. Was ich beeinflussen kann ist die Zukunft mit meinem tun und handeln in der Gegenwart, welche Auswirkungen dies auf die Zukunft haben wird weisz ich nicht, allerdings ist es ein Fakt das alles was ich tue oder eben nicht tue irgend eine Auswirkung auf die Zukunft haben wird. Ich hoffe ich habe jetzt den Bogen irgendwie zu der Utopie, Traum, Vorstellungssache bekommen. Denn ich kann die Zukunft nur positiv beeinflussen wenn ich einen Traum habe wie sie für mich sein sollte, wie ich mich wohl fühle, wie ich Glücklich sein werde.

    Für mich ist es auch eine Tatsache das ich als Individuum nur FREI sein kann wenn alle anderen auch FREI sind und ich auch nur als Mensch wahrgenommen werden kann wenn alle anderen auch als Menschen wahrgenommen werden. Heißt im Umkehrschluss ich werde es niemals erleben wirklich frei zu sein, aber ich kann meinen Teil dazu beitragen das es für die Menschen dieses individuelle Freiheitsgefühl irgendwann geben wird und irgendwie Lebe ich ja weiter indem was ich getan, gesagt und gemacht habe und durch die Existenz von Familienangehörigen in gerader Linie ja auch irgendwie real.

    Die aufeinander treffenden Tief und Hochdruckgebiete irgendwo zwischen Philippinen und Südamerika setzen Wasserteilchen in Bewegung aus denen dann 5000 – 8000 km entfernt und 14 Tage später in Mittelamerika und Südamerika irgend eine Welle entsteht die mein Surfbrett und mich wieder Richtung Strand befördert. Gleiches mit den Unwettern zwischen Kanada und Island, die rechnen auch nicht damit das sich dann in Irland oder Frankreich irgendwer 14 Tage später freut das es sie gab wenn er auf einer Welle den Strand entlang reitet. Allerdings ist genau dies der Grund warum ich glaube verstanden zu haben was und wer ich bin…NIX, einfach nur ein Teilchen von vielen. Es liegt jedoch, anders als beim Wasser, bei mir selbst ob ich mich bewege oder stehen bleibe, Bewegung heißt hier Fortschritt, Fortschritt heißt Entwicklung und dies bezogen auf die Gesellschaft ist nun wieder philosophisch und heißt Gesellschaftsutopie. Mir ist irgendwann bewusst geworden ich werde es nicht erleben wie eine Welt ohne Kapitalismus aussehen kann und auch nicht wie es ist wenn Anarchismus, die vollständige Hierarchiefreiheit, praktische Realität wird. Ich kann somit auch keine Vorstellung entwickeln was danach kommt, aber wenn ich Demokratie als Herrschaftsform verstehe ist Anarchie definitiv ein Fortschritt denn darin gibt es keine Herrschaft (nicht einmal vom Volk), denn Herrschaft ist Macht und Macht setzt unfreiwillige Hierarchien frei die nicht freiwillig angenommen werden und somit immer irgendwie irgendwem gegen seinen Willen unterdrücken und ausbeuten. Um jetzt hier mal kurz den Bogen zu den Montagsdemos, Ken FM, Elsässer etc. zu schlagen, dort existiert ein recht Eindimensionales Verständnis von Macht und auch ein sehr enges Verständnis von Demokratie, deshalb ist dies nix für mich und ich komme damit auch nicht klar.

    Wie ich am Anfang geschrieben hab gibt es nur wirkliche Freiheit wenn alle Menschen Frei sind, ebenso ist es mit der Demokratie. Solange nicht alle Menschen auf der Welt an der Demokratie teilhaben wird es keine wirkliche Demokratie geben. Für mich ist die vollständige Demokratie ein wichtiger Schritt um irgendwann Basisdemokratie und darauf aufbauend Anarchismus erreichen zu können. Die Sache mit dem Kapitalismus ist jetzt sehr komplex und vor allem kompliziert in dieses Thema einzubetten. Ich will es aber mal versuchen. Der Kapitalismus ist wie so ein Internetvirus oder wie ein Parasit, er lebt von den Menschen die ihn füttern und das war so und wird immer so bleiben. Will ich also sein Verhalten ändern muss ich seine Ernährung umstellen, dies können nur die Menschen machen die als Konsument_innen dienen und nicht als Produzent_innen. Die Produzent_innen sind quasi gezwungen sich den Konsument_innen anzupassen, ansonsten sterben sie, da keiner mehr ihr Produkt nimmt sondern das von einem Mitproduzent oder gar keines. Das beste Beispiel ist glaub ich hier die „Bio-Ernährung“ Ich kann mich an Zeiten erinnern da gab es in Grimma nicht ein einziges Biologisch und Ökologisch moralisch vertretbares Käse oder Gemüseprodukt, ebenso in anderen Städten, in einem Supermarkt/Discounter oder wie auch immer es genannt werden will. Als das Bewusstsein der Menschen, beeinflusst durch Medien, explosiv Anstieg passten sich die Geschäfte an und heute gibt es Bio-Produkte überall. Diese sind nicht immer wirklich Bio da natürlich Geld gespart werden will damit die Gewinne steigen, dennoch ist es ein Fortschritt und verdeutlicht die Anpassungsfähigkeit des Marktes an die Nachfrage. Damit steht fest ich kann durch mein Verhalten den Markt beeinflussen, selbst wenn ich mich nur bei der Verkäufer_in beschwere das es keine Recycling Papiertüten gibt. Die Verkäufer_in denkt drüber nach und die fünf die hinter mir in der Kasse stehen auch. In einem Jahr steht eine_r von ihnen vielleicht mit der selben Frage an der Kasse. Teilchenbewegung:-) Völlig unbewusst und einzig und allein aus der Überzeugung heraus das ich nicht das tue was ich nicht will. Denn genau das macht die persönliche Freiheit in einem unfreien System aus. Sich nicht selbst verraten auch wenn vieles was du tust ein Kompromiss ist. Am Monatsende kann ich nun mal nicht in den Bioladen gehen, das tut mir leid, aber ich muss nicht jeden Tag etwas ändern, sondern muss oder kann auch mal einen Kompromiss eingehen. Vielleicht gleichen sich aber auch irgendwann die Preise an und das Einkommen auch, ich weisz es nicht, aber ich kann es fordern und mit meinem tun und handeln fördern.

    Vielleicht ist es wirklich Bob Dylan der Einfluss auf diesen Text hat, wenn er über die unrechtmäßige Inhaftierung von Rubin „Hurrican“ Carter, einem Schwarzen, von Kindesbeinen an diskriminierten, Boxer singt. In den 1960iger und 1970iger Jahren durfte ein Schwarzer Boxer einfach kein Weltmeister sein und er war grundsätzlich Schuld, so auch an den drei Morden die er nicht begangen hat. Bob Dylan hat in seiner luxuriösen Rolle als Weiszer Mann aber ein Teilchen bewegt welches jetzt sogar fast 40 Jahre nach dem schreiben des Liedes noch schwingt. Weil es in einer Welt die immer noch mit Rassismus und zich anderen Formen der Diskriminierung lebt einfach noch notwendig ist.

    Wichtig ist auch, zu akzeptieren, zumindest war dies für mich sehr, sehr wichtig!

    Ich bin im Vorteil da ich weiß bin, in Deutschland lebe und ein Mann bin – Scheisze die ich mir nicht ausgesucht habe, aber ich kann etwas dazu tun das dies irgendwann nicht mehr als Vorteil bezeichnet wird, bzw. sich täglich als Vorteil zeigt.

    Ich lebe mein Leben im Kapitalismus – den finde ich nicht schön, da er ungerecht und sehr ausbeuterisch ist, jedoch muss er das nicht sein denn die Menschen können den Kapitalismus ändern und beeinflussen. Momentan habe ich dafür keine Utopie, da der Kapitalismus grundsätzlich alles sein kann und alles zulassen würde, selbst Solidarität, Fairness und Gleichheit jedoch liegt dies in der Hand jedes einzelnen Menschen.

    Ich lebe in einer parlamentarischen Demokratie – ich finde die nicht wirklich als das Ideal, aber sie ist Realität und Parallelgesellschaften sind für mich keine Alternative, also muss ich versuchen sie in sich selbst so zu beeinflussen das sie Basisdemokratischer wird und gleichzeitig muss das Bewusstsein der Menschen für Basisdemokratie und für Demokratie im allgemeinen weiterhin geschaffen und gefördert werden. Bei einer Wahlbeteiligung von 49% bei der EU Wahl oder 44,6 % im Stadtrat und 48,1 % beim Kreistag brauch ich ja nicht über Volxsabstimmungen nachdenken! Die Menschen reden ja überhaupt nicht miteinander sondern sie verurteilen sich nur gegenseitig! Diese Verurteilung ist für mich auch so eine Art Selbstschutz vor dem Nachdenken über sich selbst und der Akzeptanz was Mensch selbst ist!

    Akzeptieren bedeutet für mich nicht Abfinden und Annehmen, aber ich kann weder die Geschichte der Gesellschaft ändern noch habe ich die Möglichkeit die Gegenwart global zu ändern, aber ich habe die absolute Möglichkeit die Zukunft zu beeinflussen, ob die Zukunft Morgen, nächsten Monat, nächstes Jahr oder nächstes Jahrhundert und das nur indem ich in der Gegenwart so lebe wie es die Kompromisse zwischen dem Traum und der Realität zulassen. Wenn ich jedoch keinen Traum habe, gibt es keinen Kompromiss und ich arbeite mit der Gegenwart und der Vergangenheit. Entscheidend ist jedoch der Grundsatz ob mir dabei die Gesellschaft, die Menschheit als ganzes wichtig ist oder nur ich mir selbst als Individuum wichtig bin oder gar meine zufällige, durch Grenzen festgelegte, Gruppe wichtig ist. Dies ist eine Entscheidung die jeder Mensch für sich selbst und allein treffen muss. Wie meine Entscheidung ausgefallen ist dürfte sicherlich klar sein:-) ICH TRÄUME und das nicht mehr in der Nacht sondern mit jedem Atemzug den ich nehme solange ich es noch kann, denn auch ein Fakt ist das ich sterben werde:-)

    […]

    Zu dem Presse und youtube, Internetplattform Thema noch! Wichtig ist das ich es schaffe in Meldungen Fakten von persönlicher (Schreiber_in, Zeitung, Verlag, Gruppierung) Meinung zu trennen. Dann liegt es an mir meine Meinung zu bilden und vor allem habe ich so die Möglichkeit zu entscheiden über was ich überhaupt nachdenken möchte:-)

    Für mich gilt der Grundsatz der Humanität und ich werde keine Menschen tolerieren und akzeptieren die von einem Weltbild ausgehen das andere Menschen, auf welche Art auch immer, herabsetzt oder gar ein Weltbild tolerieren das einen selbst wegen eines zufälligen Merkmales, wie dem Geburtsland, auf eine andere Ebene stellt. Für mich sind Menschen gleich und haben FREIHEIT verdient. Menschen die Verbrechen begehen, oder was auch immer machen, was moralisch nicht vertretbar ist gibt es überall auf der Welt und mit jeder Hautfarbe oder jedem Geschlecht und jedem Nationalem Hintergrund. Deshalb sind diese pauschalisierten Merkmale für mich nichts Wert und Menschen die in diesen Schubladen denken müssen und sich so ihr Weltbild zusammen basteln tun mir eher leid! Frei kann ich nur sein wenn alle Frei sind.

    In diesem Sinne werde ich in den kommenden 5 Jahren versuchen im Sinne der Menschen zu agieren die mich gewählt haben weil sie mit meiner Einstellung und meinem tun und handeln einverstanden sind. Ich werde versuchen mich im Rahmen meiner Möglichkeiten für die Jugendarbeit und dort einer Lebensweltorientierten Jugendarbeit einzusetzen, damit sich unsere Gesellschaft weiter entwickeln kann. Ich werde NAZI’s der NPD und Rechtspopulisten der AfD verachten und versuchen ihre Argumente und die Hintergründe dieser Aufzudecken. Ich werde jedoch allein nicht viele Möglichkeiten haben, aber ich kann wie zuvor beschrieben in allen Punkten meine Sicht der Dinge und meine Meinung äußern um so zu versuchen Teilchen in Bewegung zu bringen!

    ANOTHER WORLD IS POSSIBLE

  • So, noch ein paar Tage und es wird ernst mit den Kreuzen auf dem Wahlzettel. Gestern wurde noch einmal auf der Seite Up to date Grimma ein Interview mit mir veröffentlicht und dem Bild welches eigentlich überall […]

  • Heute gab es eine Veröffentlichung eines Interviews mit mir im Sachsen Sonntag, eine Zeitung die im Grunde nur auf Werbung spezialisiert ist. Als Werbung ist damit auch das Interview zu verstehen. Es wurde an meinen Aussagen herum geändert mit der Begründung auch „Oma Erna“ solle verstehen was ich gesagt habe. Nun ja ich muss dazu sagen ich sitze nicht im Stadtrat um „Oma Erna“ zu repräsentieren. Meine Entscheidung mich zur Stadtratswahl auf zu stellen ist eine bewusste und zwar eine mit der ich junge Menschen repräsentieren möchte. Wenn „Oma Erna“ das gut findet das junge Menschen in der Kommunalpolitik aggieren dann freue ich mich natürlich dennoch über ihre Stimme. Das Interview welches im Sachsen Sonntag, in abgeänderter Variante, stand findet ihr hier das Bild wurde von mir auch nur unter Protest genehmigt, denn seit wann kommt eine Parkbank aus einer Funbox? Deshalb hier folgend der Originaltext des Interviews! Viel Spasz beim lesen!

    Tobias Burdukat, 2. Stellvertreter der Wähler_innenvereinigung „Bürger für Grimma“ im Gespräch mit dem Sachsensonntag.

    Frage: Sie sind bereits seit der vergangenen Wahlperiode 2009 – 2014 als Stadtrat (Bürger für Grimma) tätig. Welche Ihrer persönlichen Ziele und Vorstellungen in Ihrer Funktion als Stadtrat konnten Sie Ihrer Ansicht nach in dieser Zeit umsetzen?

    Wenn ich jetzt sage, dass ich ohne genaue Vorstellungen von den Inhalten der Arbeit eines Stadtrates im Jahr 2009 zur Wahl angetreten bin, laufe ich zu Beginn des Interviews natürlich Gefahr mich gleich ins Abseits zu stellen. Allerdings wäre es gelogen, wenn ich mir jetzt Ziele und Vorstellungen aus den Fingern saugen würde. Für mich war und ist es wichtig, dass besonders in der ländlichen Region junge Menschen an der Politik teilhaben. Wenn ich dies als persönliches Ziel definiere, kann ich dies als Erfolg verbuchen. Es hat von den fünf Jahren Amtszeit ca. zwei Jahre gedauert bis die anderen Mitglieder des Stadtrates überhaupt zugehört haben wenn ich etwas gesagt hab, mittlerweile habe ich jedoch dieses Gefühl des gehört werdens. Damit konnte jungen Menschen innerhalb eines Kommunalparlamentes eine Plattform geboten werden. Ein mir sehr wichtiger Punkt war das einbringen einer anderen Perspektive in die Entscheidungen, welche im Stadtrat getroffen werden. Auch wenn die Chancen, thematisch gesehen, dazu innerhalb eines Kommunalparlamentes sehr gering sind, konnte mir dies jedoch bei der ein oder anderen Entscheidung gelingen. Auch wenn die Entscheidungen nur selten diesbezüglich beeinflusst wurden, hatte ich die Möglichkeit eine etwas alternativere, weltoffenere und hierarchiefreiere Perspektive anzubringen. Somit habe ich vielleicht den ein oder anderen Menschen vertreten, der sich in den gängigen Argumentationslinien von Politiker_innen nicht wiederfinden kann.

    Frage: Die Fraktion Bürger für Grimma stellt zur Wahl am 25.05.2014 im Vergleich zu den übrigen Stadtratskandidat_innen verhältnismäßig viele junge Menschen auf, wie kommt es dazu?

    Nun ein Grund und wahrscheinlich auch der entscheidendste ist, dass ich tatsächlich versucht habe nicht noch eine Amtsperiode der alleinige Vertreter meiner Generation und Folgender innerhalb dieses Kommunalparlamentes zu sein. Viele der jungen Menschen auf unserer Liste kommen tatsächlich auch aus meinem privaten Umfeld und sind ebenso wie ich bestrebt, Grimma auch für junge und kulturell interessierte Menschen bewohnbar zu machen. Durch die bereits absolvierte Amtsperiode war ich vielleicht auch gegenüber der jüngeren Menschen eher in der Lage die Arbeit innerhalb eines Kommunalparlamentes transparent darzustellen, denn vielerorts existiert da ja doch eine etwas idealisierte Vorstellung von der Tätigkeit. Je mehr junge Menschen versuchen, die häufig sehr trockene Arbeit mit Leben zu erfüllen, desto greifbarer wird diese auch und desto mehr können auch junge Menschen ihren Alltag in einer Kommune mitgestalten. Was ja gerade auf dieser Ebene Sinn macht, denn schließlich leben die jungen Menschen ja noch ein paar Jahrzehnte länger in der Kommune, also warum nicht auch die kommunalpolitischen Entscheidungen so mitgestalten, dass ich mich in 10-20 Jahren in dieser Kommune noch wohlfühlen kann.

    Frage: Welche konkreten Zukunftsideen ergeben sich für Sie daraus – für die Menschen Ihrer Gemeinde, die Wirtschaft und das Gesamtgefüge der Stadt Grimma?

    Eine schon etwas philosophisch angehauchte Frage, aber da ich junge Menschen repräsentieren möchte, spielt die Zukunft natürlich eine entscheidende Rolle. Auf meiner individuellen Stadtrats-to-do-Liste steht ganz oben, Grimma für junge Menschen attraktiver zu machen. Um so vielleicht indirekt ihre Lebensraumentscheidung mit beeinflussen zu können. Eine Stadt wie Grimma zählt zum ländlichen Raum und wird nie mit einem Leipzig, Dresden, Hamburg oder einem Berlin mithalten können, aber dies sollte auch nicht der Anspruch sein. Als wichtig empfinde ich es, dass Menschen die in Grimma aufgewachsen sind, dann für Ausbildung, Studium, Reisen, Lebenserfahrung und das Leben als solches weggehen, auch gern wieder nach Grimma kommen und sich vielleicht dann auch dafür entscheiden, in ihrer alten und evtl. neuen Heimat zu wohnen. Ich distanzieren mich seit vielen Jahren deutlich von nationalen, patriotischen und menschenverachtenden Haltungen und eine dieser Zukunftsideen ist somit die Vorstellung von einer Kommune, in der derartige Einstellungen keinen Raum mehr haben. Die Zukunftsidee des Raumes als Gestaltungsort für die Selbstständigkeit junger Menschen spielt dabei ebenfalls eine wesentliche Rolle. Diese Räume können auch wirtschaftlich relevant sein, indem wir es innerhalb der Kommune schaffen, uns von einem bedingungslosen Gewinnstreben zu lösen und unsere Wirtschaft solidarischer gestalten. Eine derartige Herangehensweise wirkt sich dann unterm Strich natürlich auch auf das Gesamtgefüge der Stadt Grimma aus. Wie stark die regionale Wirtschaft einer Kommune ist, entscheiden die Menschen, welche in ihr leben. Die regionale Wirtschaft hat nämlich auch die Möglichkeit, solidarisch mit den Menschen umzugehen und kann somit auch Perspektiven für junge Menschen im ländlichen Raum bieten. Dadurch ist die Wirtschaft und das Gesamtgefüge der Stadt auch in der Lage, über den sogenannten Tellerrand zu schauen. Deshalb träume ich von einem autarken Raum für junge Menschen, der sich in die regionale Wirtschaft integriert und Heute schon das Morgen gestaltet.

    Frage: Wie wollen Sie einzelne Gruppen (z.B. Jugendliche) in diese Ideen einbinden?

    In erster Linie liegt dies natürlich daran, ob sich die Gruppen überhaupt einbinden lassen wollen. In den Jahren in denen der Förderverein für Jugendkultur und Zwischenmenschlichkeit e.V. das Crossover Festival in Grimma organisierte, wurde mir persönlich deutlich dass dieser Wille der Knackpunkt ist. Unsere Welt ist auf Konsum ausgerichtet und vielen jungen Menschen fehlt leider der Bezug zu dem Fakt, dass nichts auf dieser Welt selbstverständlich ist. Wenn es also heißt in Grimma wäre nichts los und es ist langweilig, dann haben die Menschen die dies sagen es in der Hand das zu ändern, denn nur sie wissen ja was es braucht, damit es nicht mehr langweilig ist. Ich bin natürlich nur ein einzelner Mensch, aber genau dort versuche ich junge Menschen abzuholen und einzubinden. Junge Menschen brauchen Raum, brauchen Gestaltungsmöglichkeiten und ja – sie sind überfordert damit dass sie für ihre Eltern die Kohlen aus dem Feuer holen sollen. Möglichst mit einem tollen Schulabschluss und einer ach so tollen Ausbildung oder Studium und dann einem Job mit hohem Einkommen.

    Das Einbinden der Jugendlichen beginnt somit beim Gang zur Wahlkabine am 25.05.2014 und auch wenn ihr auf den Wahlzetteln keinen Menschen findet, der euch repräsentieren kann, dann macht euren Wahlzettel ungültig und zeigt somit eure Ablehnung gegenüber dem existierendem System, aber bitte geht. Mein persönliches Interesse liegt darin, jungen Menschen eine Stimme und eine Perspektive in Grimma zu geben. Nach dem Akt des Wählens folgt dann im besten Fall auch ein gewisses Engagement. Im Rahmen eines Projektes, welches durch den Landkreis Leipziger Land (Lokaler Aktionsplan) finanziert wird, möchte ich nach den Wahlen junge Menschen aktiv in die Entscheidungen des Kommunalparlamentes einbinden mit dem Ziel im Jahr 2019 vielleicht einmal auf dem Wahlzettel eine Wähler_innenvereinigung zu finden, welche zu 100% aus Jugendlichen besteht. Ich würde sie wählen! Denn junge zukunftsorientierte Menschen sind der Motor unserer Gesellschaft und maßgeblich für dessen Entwicklung verantwortlich, solange sie sich nicht längst vergangene und meist nur aus Geschichtsbüchern bekannte Gesellschaftsstrukturen zurückwünschen.

    Für eine kommende Amtsperiode möchte ich meine Stimme gern Jugendlichen zur Verfügung stellen, die sich nicht nur über Bestehendes aufregen sondern sich auch damit beschäftigen und sich eine sachliche Meinung dazu bilden, welche keinen Menschen diskriminiert.

    Frage: Was machen Sie beruflich und woher nehmen Sie die Zeit, diese umfangreichen und komplexen Ideen in die Tat umzusetzen?

    An dieser Stelle ist es angebracht, auch einmal all den Menschen zu danken die mich seit vielen Jahren unterstützen und es überhaupt möglich machen, dass ich derartige Ideen entwickeln kann und dann auch noch den Versuch unternehmen darf sie zu realisieren. Danke auch an die Menschen, welche mich im Jahr 2009 gewählt haben und mir somit die Möglichkeit und einen weiteren Grund gegeben haben, noch intensiver und umfassender Zeit in politische Arbeit zu investieren. Dort schließt sich natürlich auch gleich meine berufliche Tätigkeit an, denn soweit auseinander liegen die angesprochenen jugendrelevanten Themen und meine Arbeit nämlich gar nicht. Ich bin Sozialarbeiter bei der Diakonie Leipziger Land und bin innerhalb dieser Tätigkeit für die offene und lebensweltorientierte Jugendarbeit zuständig. Auch diesen Weg hätte ich ohne das entgegengebrachte Vertrauen vieler meiner Freund_innen, meiner Familie und einiger ganz besonderer Menschen niemals gehen können. Durch die Hilfe vieler Menschen und mit ihnen gemeinsam konnte ich meinem, durch den G8-Gipfel im Jahr 2007 geprägten, Lebensmotto „ANOTHER WORLD IS POSSIBLE“ treu bleiben und befinde mich in der glücklichen Lage, den Auftrag meiner Arbeit auch in ein Kommunalparlament zu tragen. Meine Arbeit orientiert sich am § 11 des SGB VIII, in welchem steht, dass Jugendarbeit an den Interessen junger Menschen anknüpfen soll und sie zur Selbstbestimmung befähigen und gesellschaftlicher Mitverantwortung sowie sozialem Engagement hinführen soll. Wo könnte dies denn besser funktionieren als innerhalb eines Stadtrates, der innerhalb seiner Zuständigkeit und Verantwortung Schulen, Kindereinrichtungen, Jugendclubs sowie Jugendhäuser und ca. 6500 junge Menschen unter 27 Jahren repräsentiert.

    Fazit: Ich nehme mir die Zeit weil sie Teil meiner Überzeugung und glücklicherweise auch Bestandteil meiner beruflichen Tätigkeit ist. Also auf zur Wahlkabine für eure Zukunft.

  • Heute stolperte ich über einen Vergleich von AfD und NPD Wahlplakaten und klickte mich dann so weiter durchs WWW und landete schließlich auf einer Seite die sich das Kraftfuttermischwerk nennt. Der Admin dieser Seite hatte ein Spiel zu diesem Vergleich der Wahlplakate gebastelt und daraufhin entbrannte auf seiner Seite natürlich eine Diskussion. Wo es auch mal wieder um die Rechts-Links-Mitte Debatte und vielerlei anderer Themen ging. Ich steuerte meine Meinung hinzu!

    Ich hatte für mich schon einmal beschlossen an derartigen Diskussionen im Internet nicht mehr teilzunehmen, da es häufig nichts bringt und einen nur unnötig Energie kostet und einen unwahrscheinlich aufregt. In einem persönlichen Gespräch sieht dies häufig schon wieder anders aus, aber dies ist ja dann auch ein Gespräch und keine Onlinedebatte. Da aber auch bei uns hier in Grimma diese Plakate mit diesen Parolen herum hängen und Mensch allein nicht alle abmachen oder bunt machen kann musste ich meinen Senf zu dieser Diskussion beitragen. Wenn gewünscht baue ich dieses Statement auch gern noch etwas aus oder erkläre den ein oder anderen angeschnittenen Punkt noch etwas. Für mich war es jedoch wichtig im Rahmen dieser ständig aufkeimenden Diskussion meine Meinung kund zu tun und auch für sicherlich in den kommenden Wochen anstehende Gespräche einen Gedankenauftakt zu machen, denn es wird sich ja nicht umgehen lassen! Wir stecken im Wahlk(r)ampf und alle haben recht und sprechen die angebliche Wahrheit!

    Hier der Link zur Diskussion welche unter dem Beitrag zum Vergleich der AfD und NPD Wahlplakate aufkam. Diese könnt ihr euch durchlesen, müsst ihr aber nicht, denn ich bin nicht wirklich auf die anderen Beiträge eingegangen sondern habe mit meinem Kommentar meine Meinung beisteuern wollen. Dieser Beitrag lautete wie folgt:

    Beitrag vom 19.04.2014

    Im Internet Diskussionen zu führen ist immer schwierig, das hat rein aus der Kommunikationsperspektive schon so seine Schwierigkeiten. Allerdings stellt mensch fest das es seit Jahren immer und immer wieder um die immer gleichen Diskussionsstränge geht und wenn versucht wird ein Mehrdimensionales Weltbild zu eröffnen und es Menschen tatsächlich geschafft haben diese Rechts-Mitte-Links Denkstruktur zu überwinden sie immer wieder in genau diese hineingepresst werden. Dies geht an ALLE die dies tun, völlig egal in welche Schublade sie sich selbst stecken wollen. Die Menschheit hat es doch nun über mehrere Entwicklungsstufen geschafft Herrschaftsformen zu überwinden und sich Stück für Stück anzugleichen. Das der Zustand der globalen Gleichheit noch längst nicht erreicht ist dürfte auch allen klar sein und genau deshalb wird es Migration und dessen Ablehnung leider wahrscheinlich noch eine ganze Weile geben. Vielleicht sollten wir Menschen uns mal bewusst werden was wir denn überhaupt so für uns wollen und wie wir leben wollen. Wenn ich nicht in Schubladen gepresst werden will, Machtausübung über mich und das regiert werden von irgendwem anders nicht cool finde, sollte ich mir etwas anderes suchen. Ich habe natürlich immer die Möglichkeit real existierendes zu verteidigen und dies zu akzeptieren. Ich denke wenn mensch sich bewusst macht das kratie im Wort Demokratie auch nur Herrschaft heißt sieht alles schon ein bisschen anders aus. Es ist einfach auch anstrengend die alte Leier ständig wieder hervor zu holen. Auch ist es völlig utopisch zu glauben das von jetzt auf gleich irgendeine Veränderung die eine Gesamtgesellschaftliche Dimension hat möglich ist. Diese Utopie und den Traum von einer anderen, solidarischen und besseren Welt sollte jede_r für sich haben und diesem Traum sollte sich jede_r versuchen anzunähern ohne dabei andere Menschen abzuwerten. Damit sagt ja auch niemensch das es keine Menschen gibt die dies nicht so sehen und für die Solidarität und Respekt einen Scheiß bedeuten. Die Ursache warum Menschen so sind ist da doch viel interessanter und dies ist dann aber sofort wieder eine Mehrdimensionale Debatte und warum sollte ich einen Menschen respektieren der Menschen anhand von zufälligen Merkmalen kategorisiert (Geburtsland, Geschlecht, Sexualität, und und und). Diese Kategorisierung gilt es doch zu überwinden! Ich hoffe ich habe jetzt den Bogen zum Ausgangspunkt der Diskussion wieder schlagen können. Angefangen hat es ja mit den Ähnlichkeiten der AfD und NPD Wahlplakaten. Deren Spiel mit genau diesen Kategorisierungen ist einfach nur peinlich und traurig ist das es ziemlich viele Menschen geben wird die innerhalb dieses Spieles glauben werden sie gewinnen mit ihnen zusammen. Diese beiden Partein sind für mich persönlich auch nur Parteien die innerhalb eines Parteiensystems existieren welches nicht mehr wirklich der aktuellen Gegebenheiten gewachsen ist. Ebenso wie andere Parteien tragen auch diese den Nationennamen in sich, welche sie repräsentieren wollen. Für Menschen die der Überzeugung sind das die Aufteilung der Welt in Staaten nicht mehr so ganz zeitgemäß ist stellt dies dann natürlich eine noch größere Hürde dar. Diese beiden benannten Parteien versuchen nun wie auch andere Parteien in Europa krampfhat dieses sich langsam auflösende Staatensystem zu erhalten und dies mit ziemlich radikalen Methoden und Idealen aus vergangenen Jahrhunderten. Wenn ich unseren kommunalen AfD Vertreter von seinen Feudalismusfantasien reden höre, wird mir einfach nur anders weil ich gedacht hab das Mittelalter hätten wir hinter uns gelassen. Der größte Widerspruch ist schon diese Falschheit gegen Europa zu hetzen und sich aber zu dessen Parlamentswahl zu stellen!?!?!? Ob dies nun ein sinnvoller Beitrag zur Diskussion war müsst ihr entscheiden, aber ich war heute nicht in der Lage es mal wieder einfach nur zu lesen…!

    Die Diskussion ging dann tatsächlich noch weiter und wahrscheinlich geht sie es immer noch. Ich habe in den letzten Stunden innerhalb der Diskussion noch einmal versucht auf die schwebenden Begriffe Faschismus und auch noch einmal auf Rechts-Mitte-Links einzugehen. Formuliert habe ich es wie folgt:

    Beiträge vom 22.04.2014

    Es schweben innerhalb der Diskussion verschiedene Themen und ich bin mir tatsächlich nicht ganz sicher ob alle Diskussionsteilnehmer_innen vom gleichen reden, bzw. die selbe Ausgangssituation haben. Ich muss jetzt einfach mal so fragen ob ihr euch auch so kennt? Ich mein außerhalb des www! Wenn nicht dann versucht dies zu ändern, oder seit fair miteinander und erklärt genau was ihr sagen wollt, es immer nur anreisen und halb aussprechen ist bei einem derartigen Thema echt gefährlich, da häufig eine komplett andere Auffassung zu einem Wort existiert. Da kommen wir auch zu der Diskussion, gerade was das Thema Faschismus insbesondere Linksfaschismus anbelangt. Das ist nämlich eine ziemlich enge Definitionsfrage und mit derartigen Begriffen sollten wir definitiv nicht leichtfertig umgehen.Hier vielleicht auch mal eine kurze Episode aus den 1920er Jahren: Die Kommunist_innen bezeichneten die Sozialdemokrat_innen als Sozialfaschisten, um ihr Ablehnung zur Demokratie auszudrücken und um sie mit dem Nationalsozialismus (welcher sich öffentlich mit dem Faschismus in Italien solidarisierte) gleichzusetzen. Die Sozialdemokrat_innen widerum verwendeten den Begriff Kozis um die Kommunist_innen mit den Nazis gleichzusetzen. Hier merkt mensch schon was die Gleichsetzung ohne genaue Betrachtung von Hintergründen bringt, nix! Zersplitterung der Mehrheit, die sich hätte gegen ein Nationalsozialistisches Regime hätte stellen können. Wenn über Faschismus geredet wird darf nicht ausgeblendet werden das es etwas anderes ist als Totalitär. Die Versuche Kommunistische totalitäre Systeme aufrecht zu erhalten und zu installieren sind genau so irrsinnig wie Nationalsozialistische totalitäre faschistoide Systeme. Da haben wir ja nun schon das ein oder andere Beispiel. Es ist echt gefährlich mit diesen Begriffen so zu spielen. Faschismus, Kommunismus, Bolschewismus, Fundamentalismus, … das kann alles totalitär sein, aber es ist definitiv nicht das gleiche. Deshalb sollte mensch es sich nicht so einfach machen und Gesellschaftstheorien und Politische Systemtheorien einfach so in Rechts und Links zu splitten,… das wär ein bisschen zu simple! Erschwerend kommt eine völlig unterschiedlicheAuffassung von Rechts und Links hinzu. Traditionell gesehen haben Rechts bis Mitte die Konservativen Kräfte (Monarchie, Nation) gesessen und Mitte bis Links die Demokratischen oder Kommunistischen. Auf heute ist dies ja nun nicht mehr wirklich anwendbar, da wir hier in demokratischen Republiken mit Parteien leben. Die KPD welche hätte als Links gelten können ist seit 1956 verboten, die DKP ist dermaßen in der Bedeutungslosigkeit verschwunden das es völlig unsinnig wär hier über sie zu sprechen. DIE Linke akzeptiert die Demokratie, ist damit als eher liberal (Mitte mit Bezug zu Links) aus heutiger Sicht einzustufen. Eine Partei die quasi wieder eine Diktatur oder einen König/Kaiser/etc. installieren möchte gibt es auch nicht wirklich. Die NPD und die AfD sind ziemlich radikal konservativ eingestellt, aber wie ich das so aus ihren Reden und Statements heraus lese, finden auch sie die Demokratie toll! Es gibt aktuell keinen Entwurf der die Demokratie auf der linken Seite innerhalb der existierenden Demokratie in Frage stellen kann, da ein Entwurf der, der Demokratie vielleicht anarchistisch entgegen steht und die Herrschaft ablehnt sich nicht, oder nur sehr sehr langsam bilden kann (liegt daran das nur Parteien innerhalb einer parlamentarischen Demokratie wirklich mitspracherecht haben, das steht einer anarchistischen Struktur entgegen und Deutschland ist für eine derartige Utopie auch viel zu groß und das Bewusstsein für etwas fortschrittlicheres als eine parlamentarische Demokratie noch nicht ansatzweise vorhanden). Die Monarchie und die Diktaturperiode haben wir hoffentlich überstanden und somit ist das Rechts was wir haben einfach nur ein Konservativ stark National geprägtes Mitte. Hier merkt mensch das verzetteln echt nicht mehr schwer fällt. Deshalb ist ein reden von Rechts und Links nicht mehr wirklich möglich. Somit gibt es keinen Linksfaschismus und historisch betrachtet gab es auch keinen Linksfaschismus, Real existierender Sozialismus auf dem Weg zum Kommunismus war ja der Gegenpart zum Faschismus, also beschränkt sich die Trennung auf Rechts Links als Unterscheidung und dagegen möchte auch ich mich entschieden aussprechen. Denn dann hätten Politikwissenschaftler, Gesellschaftstheoretiker und Soziologen auch gleich nie auch nur den Ansatz von wissenschaftlichen Diskursen zu diesen Themen tätigen brauchen. Wenn die Menschen es immer und immer wieder durcheinander hauen weil es anstrengend ist dort durch zu blicken.

    Um abschließend auch noch einmal meine Perspektive zur Demokratie ein bisschen deutlich zu machen hier noch ein Link zu einem Text von mir aus dem letzten Jahr: http://pudding.blogsport.eu/2013/03/22/ist-das-demokratie/

    Ich hoffe ich hab mich nicht gar zu sehr verzettelt, aber das Thema ist auch echt undurchsichtig, aber es ist es tausendfach wert darüber zu sprechen!

    Ergänzt habe ich es dann noch einmal, da ein Diskussionsteilnehmer einen Wikipedia Link mit ins Spiel gebracht hat:

    Dein Kommentar Martin war gestern Nacht leider noch nicht frei geschalten, sonst wär ich gleich auch noch einmal auf den Wikipedia Beitrag eingegangen. Dort steht ja sogar das von mir gebrachte Beispiel der 1920iger Jahre mit drinnen:-) ! Der Artikel geht allerdings mit dem wirklich hervor zu hebenden Wort “Kampfbegriff” los und Kampfbegriff bedeutet nun einmal nicht wissenschaftlich und historisch in jedem Fall verwertbar! Ist ähnlich wie mit Extremismus, das ist auch kein Begriff welchen mensch verwenden sollte um im politischen bzw. gesellschaftlichen Kontext etwas zu beschreiben, weil er einfach zu schwammig ist. Faschismus ist eben aber nicht schwammig und beschreibt eine Diktatur durch eine Art Partei welche die Demokratie öffentlich ablehnt! Das mit der öffentlichen Ablehnung ist wichtig, denn Faschismus ist eine Herrschaftsform und Demokratie ist eine, genauso wie Kommunismus eine ist. In meinem vorhergenden Beitrag hab ich das versucht schon einmal zu beschreiben. Kommunismus (nach der allgemeinen Auffassung) Links, Faschismus Rechts, wird Faschismus als Kampf oder Propagandabegriff verwendet dient es der Abwertung des so bezeichneten, es macht die Sache eben einfacher. Anarchismus widerum ist die Ablehnung von Herrschaft!

    Ich bin jetzt von den Wikipedia Quellen noch einige durchgegangen die mir persönlich unbekannt waren. Dort war allerdings ebenso wie bei den mir bekannten (Haug, Habermas, Farin) festzustellen das eine existenz eines Linksfaschismuses in Frage und teilweise sogar deutlich negiert wird. Wenn jetzt Nolte mit ins Spiel kommt sind wir im Historikerstreit und da muss ich ehrlich sagen steige ich aus, da ich dafür einfach zu dumm bin! Ich versuche dies für mich mit logischen und nachvollziehbaren Erklärungen darzulegen, dort versuche ich mich an klar definiertes und an Fakten zu halten!

    Die Gesamte Diskussion, also auch mit den Beiträgen der anderen findet ihr unter dem oben bereits veröffentlichten Link zur Diskussion! Da ich gerade an dem Thema wieder ein bisschen Interesse gefunden hab und die Wahlen vor der Tür stehen und es ja auch ständig zu diesen skurilen Montagsdemos kommt, werde ich mal noch ein bisschen tiefer graben und noch ein paar Informationen sammeln welche dann hoffentlich zu einem Artikel führen! Freu mich schon!

  • ThumbnailDer folgende Text ergab sich aus entstandenen Fragen und Überlegungen die mich während und nach dem Schreiben meiner Abschlussarbeit beschäftigten. Besonders stark beschäftigte mich der Verfall der Humanistischen […]

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