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Paula Pervers

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„‚Queer‘ be­deu­tet unter an­de­rem ‚frag­wür­dig‘, ’son­der­bar‘ oder ‚Falsch­geld‘, dient aber haupt­säch­lich als Schimpf­wort gegen alle, die den Nor­men ge­schlecht­li­cher und se­xu­el­ler Iden­ti­fi­ka­tio­nen nicht ent­spre­chen – und damit dient es genau zur Her­stel­lung die­ser Nor­men. Lässt sich eine Ent­spre­chung zu die­sem Wort fin­den, die eine eben­so rei­che, viel­deu­ti­ge Ge­schich­te hat, wie An­na­ma­rie Ja­go­se sie her­aus­ar­bei­tet, oder soll es im­por­tiert wer­den? Geht aber nicht mit der ein­fa­chen Über­nah­me in den deut­schen Sprach­ge­brauch die po­li­ti­sche Kraft des Be­griffs ver­lo­ren? Die Dis­kri­mi­nie­rung hat sich hier über Wör­ter wie ‚Lesbe‘ und ‚Schwu­ler‘ aus­ge­drückt, die eben­falls in Akten der Selbst­be­haup­tung an­ge­eig­net wur­den. Wer­den sie zu­guns­ten von queer auf­ge­ge­ben, ver­schwin­det ‚die an­dau­ernd dro­hen­de Er­in­ne­rung an die Ver­let­zung‘. Wäre queer bes­ser mit ‚per­vers‘ zu über­set­zen? Hier wird klar, wie viel Bri­sanz in dem Wort liegt. Wer sich ein­fach ein Se­mi­nar über ‚Per­ver­se Theo­rie‘ vor­stellt, ahnt schon, dass die selbst­be­haup­ten­de An­eig­nung von queer im eng­lisch­spra­chi­gen Raum weit über eine mo­di­sche Zeit­geist­ges­te hin­aus­geht“ (An­na­ma­rie Ja­go­se, Queer Theo­ry – Eine Ein­füh­rung, 2005, S.9 zit. n. http://allophilia.blogsport.de/2008/11/19/pervers-als-selbstbezeichnung/)